Padel und Paddle Tennis – Neue Trends im Tennissport

Padel und Paddle Tennis – Neue Trends im Tennissport

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Im Tennissport dreht sich aktuell vieles um die neue Spielarten Padel und Paddle Tennis - doch worum geht es dabei genau? Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash und gilt derzeit als die weltweit am schnellsten wachsende Sportart. Paddle oder Beach Tennis hingegen wird auf dem Beachvolleyballfeld im Sand gespielt.

Fabian Flügel, Sportwissenschaftler und Tennistrainer, stellt euch die beiden neuen Trendsportarten aus dem Tennis vor und erklärt Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Er zeigt zudem, wie viel Spaß diese beiden Sportarten versprechen und warum sie gerade den Vereinen neue Möglichkeiten für attraktive Angebote bieten.
Profilbild Fabian Flügel

Fabian Flügel

Sportwissenschaftler (M.Sc.), Schwerpunkt Prävention

Padel und Paddle Tennis – Was ist das denn?

Es war im August letzten Jahres. Badeinsel Steinhude bei Hannover, 9:00 Uhr morgens, 25 Grad, Sonnenschein und strahlend blauer Himmel. Beim Sign-In zu den Steinhuder Beach Tennis Open stehen zwei Spieler an der Anmeldung, die das erste Mal an einem Turnier teilnehmen. Zumindest wurden die beiden vom Turnierausrichter bisher noch nie zuvor im Sand gesichtet.

Auf die Frage, ob sie denn einen Leih-Schläger für das Turnier vom TNB benötigen, passiert es:

Die beiden ziehen ihren brandneu erworbenen Schläger aus der Tasche, um ihn stolz zu präsentieren. Ein Lachen beim Team bricht aus. Denn was die beiden Neulinge nicht wissen, sie haben einen sogenannten Padel-Schläger in der Hand. „Damit könnt ihr definitiv kein Beach Tennis spielen“, versucht der Turnierveranstalter die beiden aufzuklären.

Unterschiedliches Equipment

Das Bild zeigt einen Padel und einen Paddle Tennisschläger im Vergleich

Padel-Schläger (links) im Vergleich zum Paddle-Schläger für das Beach Tennis (rechts).

Der Unterschied beim Equipment ist auf den ersten Blick für Unwissende nicht sofort zu erkennen. Der Padel-Schläger ist deutlich kürzer und circa doppelt so dick wie ein Beach Tennis Schläger. Gut zu erkennen ist der Padel-Schläger an der kleinen Handschlaufe am Griffende, welche verhindern soll, dass der Schläger beim Spiel aus der Hand gleitet und unkontrolliert Mitspieler oder Gegenspieler verletzt. Außerdem ist der Padel-Schläger von der Beschichtung sehr glatt und meist hochglänzend, während der Beach Tennis Schläger meist eine gröbere Beschichtung hat, um den Bällen ein wenig Spin zu verleihen.

Auch die Bälle unterscheiden sich gravierend. Ist der Padel-Ball doch sehr ähnlich zum normalen Tennisball und weist ähnliche Sprungeigenschaften mit etwas geringeren Innendruck auf, ist der Beach Tennis Ball um 50% druckreduziert. Es handelt sich hier nämlich um den orangenen Stage 2 Methodikball aus dem Tenniskindertraining.

Passendes Paddle-Equipment für das Beach Tennis vom günstigen Einsteigerschläger bis hin zum Top-Modell gibt es online hier. Günstige Schlägerpakete und Bälle für Verein oder Schule gerne auf Anfrage.

Gutes Padel-Zubehör hingegen gibt es zum Beispiel hier.

Spielstätten für Padel und Paddle Tennis

Padel ist eine Mischung aus Tennis und Squash – und gilt derzeit als die weltweit am schnellsten wachsende Sportart.

Der größte Unterschied zwischen Padel Tennis und Beach Tennis ist natürlich die Sportstätte. Beach Tennis wird auf einem normalen Beachvolleyballplatz im Sand gespielt. Hier wird lediglich das Netz auf 1,70 m in der Mitte herabgelassen und durch ein Tennisnetz ersetzt, sodass die Tennisbälle nicht durch das breit-maschige Volleyballnetz fliegen. Vier Spieler*innen auf den Platz, Schläger in die Hand und schon kann es losgehen. Den richtigen Schläger wohlgemerkt.

Ein sicherlich großer Pluspunkt fürs Beach Tennis, denn in vielen Vereinen und Orten gibt es Beachvolleyballanlagen, die fürs Beach Tennis genutzt werden können. Sei es im Freibad, im Mehrspartenverein oder bei kommerziellen Anbietern.

Eine Padel-Anlage ist hingegen deutlich seltener zu finden, zumindest in Deutschland. In anderen Ländern gibt es jedoch mittlerweile mehr Padel-Courts als Tennisplätze.

Mehr Informationen sowohl zu Padel als auch zu Beach Tennis in Deutschland hat der Deutsche Tennis Bund (DTB) hier auf seinem Vereinsportal zusammengestellt.

Padel-Plätze in Deutschland

Ein Grund warum in Deutschland noch vergleichsweise wenige Padel-Plätze existieren, sind sicherlich die hohen Baukosten. Einen Beachplatz bekommt man mit ein wenig Eigenleistung und Connection zum örtlichen Bauunternehmer auch mal für unter 6.000 € realisiert.

Beim Padel-Court verzehnfacht sich die Summe schnell. Denn ein ordentliches Streifenfundament für den sicheren Aufbau der Wände, die richtige Statik der Flutlichtmasten und der korrekte Einbau des Sickerasphalts sind in Deutschland ebenso notwendig wie eine Baugenehmigung. Und das hat eben seinen Preis. Daher werden in Deutschland aktuell noch viele Padel-Anlagen von kommerziellen Anbietern betrieben.

Hier geht es zur deutschsprachigen Webseite eines Anbieters für den Bau von Padel-Anlagen.

Der Vorteil für den Verein im Vergleich zum kommerziellen Anbieter besteht zweifelsohne darin, dass man sich über den Landessportbund ein Drittel der gesamten Baukosten über die Sportstättenbauförderung bezuschussen lassen kann.

Es passen mindestens zwei Padel-Courts auf die Fläche eines Tennisplatzes. Zusätzlich werden Padel-Plätze üblicherweise mit Flutlicht ausgestattet, was zu längeren Spielzeiten in den Abendstunden führt. Das Padel auch im Tennisverein funktioniert machen einige Vereine bereits vor. Der TC 71 Weyhe hat beispielsweise seit ein paar Jahren zwei Outdoor-Padel-Plätze und überlegt momentan noch eine zwei-Feld-Halle zu bauen.

„Ohne die Padel-Anlage und dem damit verbundenen hohen Zuwachs an neuen Spielern, hätte der Tennisverein wohl nicht überlebt“, berichtet Alexander Schwarz, Padel-Abteilungsleiter in Weyhe.

Das Bild zeigt die Außenanlage für Padel Tennis beim TC WeyheBild der Padel-Anlage vom TC Weyhe.

Wie ist Padel Tennis entstanden?

Padel wurde 1962 in Puerto Acapulco, Mexico, durch Enrique Corcuera erfunden. Auf seinem Privatanwesen ließ er einen Tennisplatz bauen, der aus Platzmangel unmittelbar an eine Mauer zum Nachbarn grenzte. Beim Spielen kam die Idee auf, die Mauer einfach mit ins Spiel einzubeziehen und auch auf der gegenüberliegenden Seite noch eine weitere Wand zu bauen. Und schon war Padel Tennis geboren.

Durch sein gutes Netzwerk zu bekannten und einflussreichen Personen konnte er das Spiel schnell weltweit verbreiten. Padel wuchs in Süd- und Mittelamerika und erreichte auch die USA und Kanada. Über Spanien fand Padel auch seinen Weg nach Europa.

In Spanien, Italien, Argentinien und Brasilien ist Padel mittlerweile kaum mehr aus der Sportlandschaft wegzudenken und eine echte gesellschaftliche Instanz geworden. In Südeuropa spielen über 6,0 Millionen Menschen bereits regelmäßig auf über 12.000 Plätzen Padel. Aber auch in Skandinavien ist Padel Tennis mittlerweile weit verbreitet.

Die Spielregeln beim Padel Tennis

Padel wird ausschließlich zu viert gespielt, also als Doppel. Gezählt wird wie beim Tennis, und auch die übrigen Regeln sind recht ähnlich.

Allerdings muss der Aufschlag von unterhalb der Hüfte erfolgen, und der Ball darf, nachdem er im eigenen Feld den Boden berührt hat, auch noch gegen die Seitenbegrenzung des Spielfelds prallen, ehe er wieder auf die andere Seite gespielt werden muss. Erst wenn der Ball ein zweites Mal im eigenen Spielfeld aufkommt, macht die gegnerische Mannschaft einen Punkt. Trifft der Ball in der gegnerischen Hälfte zuerst auf die Seitenbegrenzung, wird er als “aus” gewertet.

Wer spielt denn eigentlich Padel Tennis?

Viele ehemalige Tennisprofis spielen mittlerweile aktiv Padel Tennis. Prominente Namen sind hier beispielsweise Jonas Björkman, Carlos Moya, Juan Carlos Ferrero, Maria Sharapova oder Tomas Berdych. Aber auch noch aktive Tennisspieler wie Novak Djokovic oder Rafael Nadal greifen gelegentlich zum Padel-Schläger.

Interessant zu beobachten ist, dass auch viele aktive und vor allem ehemalige Teamsportler und Ballsportler beispielsweise aus dem Fußball, Handball oder Basketball Spaß am Padel-Spiel haben. Bekannte Gesichter sind hier Cristiano Ronaldo, Diego Maradona, Gerald Piqué, Iker Casillas oder Jürgen Klopp. Gerade Ballsportler kommen mit dem Spiel sehr gut zurecht, da sie das notwendige taktische Spielverständnis und das Ballgefühl mitbringen. So sind sie sehr schnell spiel- und konkurrenzfähig, machen gute Lernfortschritte und erreichen oftmals ein hohes Spielniveau.

Padel überzeugt durch seine Einfachheit und den hohen Fun-Faktor. Es ist deutlich schneller zu erlernen als Tennis. Die prominenten Beispiele zeigen, das Padel Tennis für jedes Alter gut geeignet ist.

Wie die Mitliederzahlen des Deutschen Tennisbundes zeigen, haben viele Tennisvereine in der Altersgruppe der 19- bis 40-Jährigen eine geringe Mitgliederdichte. Genau diese Zielgruppe in dem Alterssegment kann durch Padel wieder in die Tennisclubs gelockt werden. Somit ergeben sich für Tennisvereine und Multifunktionsanlagen gute Entwicklungschancen.

Das Bild zeigt junge Menschen beim Outdoor Padel Tennis als Sinnbild für Padel und Paddle Tennis als den neuen Trendsportarten im Tennissport

Ein wichtiger Side-Effekt beim Padel Tennis ist die soziale Komponente. Es ist üblich, dass man sich auch spontan mit Freunden oder komplett unbekannten Menschen zum gemeinsamen Spiel verabredet. In vielen Clubs gibt es auch initiierte „Single-Treffs“, wo man über den Sport neue Menschen kennenlernen und Bekanntschaften schließen kann.

Ein paar Eindrücke?

Zum Schluss ein Video mit spektakulären Ballwechseln der Padel Tennis Profis:

Um den Vergleich der Trendsportarten im Tennis abzurunden, hier noch ein Video mit Eindrücken von den 4. Beach Tennis Open Saarlouis 2021:

Profilbild Fabian Flügel

Fabian Flügel

Sportwissenschaftler (M.Sc.), Schwerpunkt Prävention

Hallo, ich bin Fabian Flügel, geb. 1987, heute als M.Sc. Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Prävention hauptberuflich als Teamleiter der Vereins- und Sportentwicklung beim Tennisverband Niedersachsen-Bremen verantwortlich für die Weiterentwicklung neuer und innovativer Themenfelder. Zudem bin ich lizenzierter Trainer, Inhaber des DOSB-Ausbilderzertifikats und als Buchautor, Redner und Referent im deutschsprachigen Raum unterwegs. Ich bin der Entwickler des Gesundheitskonzepts "Motion on Court – Ausdauernd fit und gesund“, welches bei der Zentrale Prüfstelle Prävention mit dem Prüfsiegel „Deutscher Standard Prävention“ als Gesundheitskurs zertifiziert ist und auch zusätzlich mit dem DOSB-Gütesiegel „Sport pro Gesundheit“ ausgezeichnet ist.

Motion on Court

Gesundheitssport Tennis: Motion on Court ist ein wissenschaftlich evaluiertes Gesundheitsprogramm zur Stärkung des Herzkreislaufsystems, mit Prüfsiegel "Deutscher Standard Prävention" als Präventionskurs nach §20 SGB V bezuschussungsfähig.

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